Huvsgul - Zahlen und Fakten
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Zahlen und Fakten
Huvsgul ist der nördlichste und mit rund 120.000 Einwohnern bevölkerungsreichste Aimag (Verwaltungsgebiet) der Mongolei. Die Fläche ist etwas kleiner als die der fünf neuen Bundesländer, nämlich rund 100.000 km². Huvsgul ist berühmt für seine Berge, Wälder, und Seen. Namensgeber des Gebiets ist der zweitgrößte See der Mongolei, der Huvsgul nuur.

Die höchsten Berge befinden sich dabei im Norden und Nordwesten des Gebiets. Diese alpinen Gebirgsketten gehören zum Ostsajan. Der höchste Gipfel ist mit 3491 Metern der Munh Saridag an der Grenze zu Rußland, gleich nördlich des Huvsgul nuur. Im Süden von Huvsgul finden sich Ausläufer des Hangai-Gebirges. Obwohl auch hier Höhen von fast 3000 Metern erreicht werden, hat die Landschaft eher Mittelgebirgscharakter. Der Nordosten und die Mitte des Gebiets sind etwas flacher, aber immer noch hügelig. Der größte Teil des Aimags liegt in Höhen von über 1500 Metern über NN.

Das Klima ist wie im Rest der Mongolei sehr kontinental, mit warmen Sommern und sehr kalten Wintern, bedingt durch die Lage aber insgesamt etwas kälter und niederschlagsreicher. Durchschnittstemperaturen im Verwaltungszentrum des Gebiets, Murun, sind 17°C im Juli und -24°C im Januar. Die Schwankungsbreite der Temperaturen ist dabei auch innerhalb der einzelnen Jahreszeiten sehr hoch, so kann es in höheren Lagen durchaus auch im Juli mal zu kurzen Schneefällen kommen.

Dank der für mongolische Verhältnisse ziemlich reichlichen Niederschläge kann man insbesondere im Norden und Nordosten des Gebiets ausgedehnte Lärchenwälder finden. Das Darhad-Tal im Nordwesten ist einer der wasserreichsten Teile der Mongolei, mit zahlreichen Seen und Flüssen. Weiter südlich herrscht dagegen Steppe vor.

Von den 120.000 Einwohnern des Gebiets wohnen etwa 35.000 in Murun. Außer Murun gibt es noch 22 andere Somons (Landkreise) mit jeweils um die 4.000 Einwohner.

Die meisten Einwohner von Huvsgul sind Halh-Mongolen, andere Bevölkerungsgruppen sind Darhad im Nordwesten, Hotgoid in der Mitte und im Westen, Burjaten im Nordosten und Urianhai/Tsaatan im Norden und Nordwesten des Gebiets. Die meistpraktizierte Religion dürfte der tibetische Buddhismus sein, Huvsgul und insbesondere der gesamte Norden des Gebiets ist aber auch berühmt für seine Schamanen. In Murun bekennen sich in den letzten Jahren einige Menschen zum Christentum.

Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. 2007 gab is in Huvsgul etwa 3,4 Millionen Nutztiere, davon 2.300 Kamele, 150.000 Pferde, 322.000 Rinder, Yaks und Hainags (Kreuzung zwischen Yak und Rind), 1,44 Millionen Schafe und 1,51 Millionen Ziegen, außerdem noch rund 900 Rentiere. Auf ca. 9000 Hektar wird Acker- oder Gartenbau betrieben.

Der Aimag wurde 1931 gegründet. Damals hatte das Gebiet etwa 70.000 Einwohner mit 1,2 Millionen Nutztieren. 1932 war Huvsgul der Ausgangspunkt eines Aufstands gegen die Kollektivierungs- und Antireligionspolitik der damaligen Regierung der Mongolischen Volksrepublik. Der Aufstand erfasste vier Aimags, dauerte mehrere Monate und kostete über 1000 Menschenleben. 1933 wurde die Verwaltung des Gebiets nach Murun verlegt. Vorher hatte sie sich in Hatgal, am Südende des Huvsgul nuur, befunden. 1938 wurden einige Somons im Osten und im Westen an andere Aimags abgegeben, dafür kamen 1942 die drei südlichen Somons Galt, Jargalant und Shine-Ider hinzu.