Huvsgul - FAQ
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FAQ

Wie spricht man das alles aus?

Für die Transkription des in der Mongolei benutzten kyrillischen Alphabets gibt es die verschiedensten Varianten. Dementsprechend wird denn auch Huvsgul (mongolisch Хөвсгөл) mal zu Chöwsgöl, mal zu Khuvsgul, mal zu Hovsgol. Wir haben uns auf dieser Webseite ein bißchen an Transkriptionen aus dem englischen Sprachraum orientiert, weil solche Transkription auch in der Mongolei selbst, auf Landkarten etc. am häufigsten benutzt werden.

Das 'j' sollte demnach wie 'dsch' ausgesprochen werden, das 'z' wie 'ds', und das 'ch' wie 'tsch'. Das 'h' liegt irgendwo zwischen dem 'h' wie in 'Haus' und dem 'ch' in 'Buch'. Auf jeden Fall ist es nie als Dehnungs-h zu verstehen. Das 'v' wird wie in 'Vase', nicht wie in 'Vogel', ausgesprochen. Die im Mongolischen existierenden feinen Unterschiede zwischen den verschiedenen o- und u-Lauten haben wir fast komplett ignoriert. Die Betonung liegt, wenn keine Doppelvokale auftauchen, auf der ersten Silbe, sonst auf der ersten Silbe mit Doppelvokal. 'Davaa' wird also auf der zweiten Silbe betont.

Zu tiefergehenden Ausführungen zur Aussprache des Mongolischen siehe zum Beispiel der Kauderwelsch-Sprachführer Mongolisch von Arno Günther.

Lohnt es sich, Mongolisch zu lernen?

Ganz klare Antwort: natürlich. Allerdings ist das nicht ganz einfach, und meistens wird man auch ohne große Mongolischkenntnisse zurechtkommen. Außerdem sprechen ältere Mongolen meistens ganz gut Russisch, und jüngere Mongolen lernen Englisch in der Schule. Wenigstens das kyrillische Alphabet sollte man sich aber einprägen, wenn man es nicht sowieso schon kennt. Zwei, drei Stunden reichen dafür völlig aus. Die traditionelle mongolische Schrift dagegen sieht zwar sehr schön aus, aber sie zu lernen wird kaum praktische Vorteile bringen.

Wo kann man unterwegs tanken oder die Vorräte ergänzen?

Tankstellen gibt es in allen Somonzentren. Allerdings kann es manchmal, zum Beispiel bei erwarteten Preiserhöhungen, zu Engpässen kommen, bei denen in größerem Umkreis (mehr als 100 Kilometer) kein Benzin mehr zu bekommen ist. Deshalb sollte man am besten immer mit ausreichend Reserve unterwegs sein.

Einkaufen kann man am besten in Murun. In den Somonzentren und bei den Touristencamps am Huvsgul nuur gibt es zwar auch ein paar Läden, aber die Auswahl ist definitiv kleiner. Auf dem Land kann man im allgemeinen höchstens Fleisch und Milchprodukte erstehen.

Womit kann man bezahlen?

Das offizielle Zahlungsmittel in der Mongolei ist der Tugrik. Die allermeisten Transaktionen wird man als Tourist auch in Tugrik abwickeln. Höchstens im Falle von sehr großen Transaktionen - wie beim Anmieten eines Autos oder dem Buchen einer Tour - könnte es aufgrund des geringen Nennwerts der Tugrik-Banknoten vielleicht praktischer sein, auf Fremdwährungen zurückzugreifen.

Euros kann man in der Mongolei bei den meisten Banken gegen Tugrik eintauschen. Auch die umgekehrte Richtung ist zumindest in Ulaanbaatar völlig problemlos. Karten sind in der Mongolei eher unüblich.

Wenn das Geld einmal ausgehen sollte, kann man sich zumindest in Murun Nachschub von den Daheimgebliebenen per Western Union kabeln lassen.

Wo kann ich telefonieren?

In Murun und in den Somonzentren gibt es Postämter, auf denen man auch telefonieren kann. Zumindest im Postamt von Murun gibt es Telefonkarten zu kaufen, die das Telefonieren ins Ausland billiger machen. 10 Minuten nach Deutschland haben vor ein paar Jahren zum Beispiel 3000 Tugrik gekostet. Wir sind uns aber nicht sicher, wie es in den kleineren Postämtern auf dem Land aussieht.

Das Handynetz in Huvsgul ist in den letzten Jahren stark ausgebaut worden. Inzwischen hat man nicht nur rund um Murun, sondern beispielsweise auch rund um Hatgal und rund um Renchinlhumbe Empfang. Allerdings sind Anrufe vom mongolischen Handy nach Deutschland relativ teuer, man sollte entweder per SMS kommunizieren oder sich eine mongolische SIM-Karte besorgen und von Deutschland über günstige Vorwahlen anrufen lassen.

Wie sieht es mit der Stromversorgung aus?

Wie das Mobilfunknetz ist auch das Stromnetz in den letzten Jahren stark ausgebaut worden. Trotzdem sind noch längst nicht alle Somonzentren an das Stromnetz angeschlossen. Dort, wo das Stromnetz schon hinreicht, haben die Steckdosen 220V/50Hz Wechselstrom. Meist werden russische Steckdosen verbaut, in die sogar ein deutscher Schukostecker hineinpasst.

Die größeren Touristencamps haben oft eigene Stromaggregate. Außerdem haben sich in den letzten Jahren viele Familien auf dem Land Solarzellen angeschafft, die üblicherweise mit einer 12V-Batterie gekoppelt werden. Wer mit einem Auto unterwegs ist, kann eventuell auch dessen Stromversorgung mitnutzen. Japanische Fahrzeuge verfügen normalerweise über einen Zigarettenanzünder, der mit den in Deutschland erhältlichen Adaptern für Akkuladegeräte und dergleichen kompatibel ist.

Welche Gefahren gibt es?

Generell ist Reisen in Huvsgul und der Mongolei im Vergleich mit anderen Reiseländern nicht besonders gefährlich. Aber die Gefahren sind vielleicht andere als in Mitteleuropa, deshalb sei hier ein kleiner Überblick gegeben.

Unserer Meinung geht die größte Gefahr von Unfällen aus. Ganz anders als in Ulaanbaatar ist man selbst in Murun als Fußgänger zwar relativ sicher, aber die schlechten Straßenverhältnisse auf dem Land können auch geländegängige Fahrzeuge schon mal aus der Bahn werfen. Ist dann noch der technische Zustand des Fahrzeugs, insbesondere der Bremsen, des Getriebes oder der Lichtanlage, nicht einwandfrei, erhöht sich das Unfallrisiko für die Insassen noch einmal enorm.

Auch diverse Krankheiten können zur Gefahr für die eigene Gesundheit werden. Wegen der Brucelliosegefahr sollte man Milch nur abgekocht trinken und den Kontakt mit rohem Rindfleisch vermeiden, wenn man offene Wunden hat. In Huvsgul gibt es die Tollwut, dementsprechend sollte man beim Kontakt mit Wildtieren oder herrenlosen Hunden vorsichtig sein und im Falle eines Bisses sofort den nächsten Arzt aufsuchen.

In der Mongolei sind Hepatitis A und B weit verbreitet. Dagegen kann man sich aber vor der Reise impfen lassen, genauso wie gegen Tetanus, Diphterie und Polio. Zu diesen und eventuell weiteren Impfungen sollte man sich am besten beim Arzt seines Vertrauens beraten lassen.

Wer viel in Jurten zu Gast ist, wird sich auch auf ein erhöhtes Risiko von Reisedurchfall einstellen müssen. Als Faustregel kann man sagen, dass in schlechter gepflegten Jurten oft auch das Essen etwas riskanter ist. Die bei mongolischen Murmeltieren vorkommende Pest dagegen stellt für den Touristen kein größeres Risiko dar, wenn er nicht selber auf Murmeltierjagd geht.

Kriminalität ist für Reisende in Huvsgul kein besonders großes Problem. Auf dem Markt in Murun gibt es manchmal Taschendiebe, deshalb sollte man nur soviel Geld wie nötig auf den Markt mitnehmen und auf seine Sachen aufpassen. Generell ist zu empfehlen, sich von Betrunkenen etwas fernhalten.

Beim Wandern oder Reiten in einsamen Gegenden sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man zum Beispiel bei einem gebrochenen Bein nicht einfach mit dem Handy Hilfe holen kann, und sich dementsprechend lieber etwas vorsichtiger verhalten.

Auf jeden Fall ist dringend zu empfehlen, nicht ohne ausreichende Krankenversicherung nach Huvsgul zu reisen. Arztrechnungen nach ernsthaften Unfällen sind nie besonders billig. Und wenn man so schwer erkrankt oder verunfallt, dass man nach Ulaanbaatar, Peking oder Deutschland ausgeflogen werden muss, kommen schnell fünfstellige Eurobeträge zusammen. Eine Reiseversicherung, die derartige Notfälle abdeckt, kostet dagegen nur wenige Euro.

(Alle Angaben ohne Gewähr.)

Wo gibt es brauchbare Landkarten?

Die in Deutschland erhältlichen Landkarten der Mongolei sind meistens für den Gebrauch im Lande ziemlich unbrauchbar. Da wird die Schotterstrecke von Murun nach Hatgal als "Autobahn" markiert, die Somonzentren sind mit Namen eingetragen, die kein Einheimischer benutzt usw.

Wesentlich besser ist es, sich in Ulaanbaatar von Mongolen für Mongolen produzierte Kartenwerke zu besorgen. Zwar wird man aus ihnen nur richtig schlau, wenn man auch kyrillische Buchstaben lesen kann. Aber das sollte, wie schon erwähnt, keine große Hürde sein.

Es gibt im Internet verschiedene Seiten, auf denen Scans von sowjetischen topographischen Karten im Maßstab 1:200.000 erhältlich sind. Auch wenn Eintragungen von Straßen, Flüssen, und oft genug auch Siedlungen auf diesen Karten nicht mehr der aktuellen Lage entsprechen, können sie für Wanderer sicher sehr brauchbar sein.

Gibt es weiterführende Literatur?

Es gibt diverse Reiseführer für die Mongolei, die sich auch am Rande mit Huvsgul beschäftigen. Unser Lieblingsreiseführer ist der "Wanderführer Mongolei" von Jens Geu, der sich auf angenehme Weise von den gängigen Klischees abzuheben versucht. Leider ist der Umfang des Buches etwas beschränkt, so dass es unserer Meinung vor allem als Anregung zu gebrauchen ist.

Zur allgemeinen Einstimmung auf die Mongolei ist auch das Merian-Heft zur Mongolei (No. 3/2006) ganz nett. Ansonsten gibt es auf deutsch noch einen Mongolei-Reiseführer aus dem DuMont-Verlag, und einen von Schrötter. Das Produkt von Schrötter scheint dabei recht deutlich vom englischsprachigem Lonely Planet Mongolia inspiriert zu sein.

Als Reiseberichte in Buchform wären "Jabonah" von Henning Haslund-Christensen und "13000 Kilometer durch die Mongolei" von Pavel Poucha zu nennen. Beide sind im Antiquariat erhältlich.

Henning Haslund-Christensen versuchte Anfang der 20er Jahre zusammen mit fünf dänischen Gefährten, im heutigen Erdenebulgan-Somon eine Farm aufzubauen. Der Leiter des Unternehmens hieß Carl Krebs. Er war 1919 auf der Flucht vor dem russischen Bürgerkrieg in der Gegend vorbeigekommen und hatte sich in die Mongolei verliebt. Das Unternehmen scheiterte schließlich an den politischen Umständen, als letzter mußte Carl Krebs Ende der 30er die Mongolei verlassen. Henning Haslund-Christensen war schon vorher nach China gegangen.

Pavel Poucha war ein tschechischer Mongolist, der 1955 zusammen mit dem mongolischen Gelehrten B. Rinchen quer durch die Mongolei und auch nach Huvsgul reiste. Seine Reisebeschreibung ist dementsprechend auch recht sozialistisch geprägt, und kommt einem heute fast fremder vor als die Beschreibungen von Henning Haslund-Christensen.

Sengiin Erdenes Erzählung "Die Frau des Jägers" spielt in Huvsgul und ist von Renate Bauwe ins Deutsche übersetzt worden. Sie ist in dem Band "Das Ende des Serüün-Tempels" enthalten.